Skjermbilde

Bryllupsmarsj 2014

Komponist: Eilert Tøsse
Verlag: Cantando

Der zunächst sehr fremdartig anmutende Titel mutiert in der Übersetzung aus dem Norwegischen zum vertrauten Begriff: Es handelt sich um einen Hochzeitsmarsch, den der Komponist  wohl für die Trauung eines befreundeten Paares geschrieben hat.

C-Dur ist die Haupttonart, wird aber vielfach angereichert mit diatonischen Zusatztönen und in unerwarteten Rückungen auch immer wieder verlassen. Das einigende Band bildet gewissermaßen ein punktierter Rhythmus, der häufig zwischen den Außenstimmen Sopran und Bass (Pedal) hin- und her pendelt und der außer in einem kurzen Mittelteil permanent weitergeführt wird, sodass er das Stück dominiert.  Die ABA-Form verleiht der 3minütigen Komposition Struktur. Mit seiner „gemäßigt modernen“ Tonsprache stellt der Marsch eine Alternative dar zu den immer wieder strapazierten Hochzeits-Evergreens aus dem barocken und romantischen Repertoire.

Klemens Schnorr für www.orgel-information.de
November 2016 / Mai 2017

3806-fors

How Great Thou Art! op. 101

Komponist: Robert Coates
Verlag: Cantando

Variations for Organ

Robert Coates, geb. 1954 und seit 1981 in Norwegen lebend und arbeitend, schrieb die Orgelvariationen über „How Great Thou Art!“ 2015 zur Feier der Konfirmation. Das Lied oder besser: die Hymne, ursprünglich aus Schweden stammend, ist bis heute vor allem in Amerika ausgesprochen populär und wird gern gesungen. Kein geringerer als Elvis Presley gehört zu den zahlreichen Sängern, die eine Version der Hymne aufgenommen haben.

Coates‘ Orgelvariationen starten mit einer kurzen Introduktion; es folgt eine erste Variation in Des-Dur, bei der die Melodie in der Oberoktave liegt. Als zweite Variation kommt eine Pastorale in kontrastierendem G-Dur, dabei wird die Melodie in den 6/8-Takt versetzt. Variation 3 führt das Thema fortissimoim Pedal durch, nunmehr in As-Dur. Im Manual begleiten Carillon-artige Spielfiguren, die jeweils über mehrere Takte gleich bleiben, sodass die Wiederholungen eine Notation mit „Faulenzern“ anstelle von „richtigen“ Noten erlauben. Für eine weitere Durchführung im Pedal wird die Tonart einfach um einen Halbton nach A-Dur hochgeschraubt, und das Spiel beginnt von neuem. Das abgenutzte Mittel der Halbtonrückung, aus der U-Musik sattsam bekannt, wertet die Komposition eher ab, zumal keine echte, musikalisch begründete Schlusssteigerung mehr erfolgt. Weil der schwächere Schlussteil das Niveau des Anfangs nicht hält, bleibt leider ein etwas zwiespältiger Eindruck zurück.

Klemens Schnorr für www.orgel-information.de
November 2016 / Juni 2017